Zeichensetzen.

Man macht keine Witze über Geiselnahmen. Vor allem nicht in Verbindung mit der CSU. „Hellooh, tis is tha metropolitan poliece, please speak austraalian to tha hostagas.“

Ja, genau, geschmacklos. Aber wenn ich bedenke, dass ich als 18-jähriger das Islamische Glaubenbekenntnis quasi als „graphic novel“ auf der Brust getragen habe – aus ästhetischen Gründen, weil calligraphisch wertvoll – dann wird einem schlicht übel im Angesicht dessen, wie dieser Glaube, entwurzelt und pervertiert von einigen wenigen (!) in den Schmutz der Macht und der Herrschafft (ohne teilen) gezogen wird.

Ich frage mich allen Ernstes, wie der Islam, ebenso wunderbar mit Zeichen ausgestattet wie alle anderen Weltreligionen, da wieder raus kommen will. Wohl nur mit der Hilfe unseres Wissens, unserer Empathie, unserer Toleranz und unseres Kulturverständnisses. Und mit „unser“ meine ich die, denen es nicht am Arsch vorbei geht, dass der Glaube von so vielen Menschen in den Schmutz gezogen wird, bis wir ihn nicht wieder erkennen … und nur ob seiner Opfer auf die Strasse gehen, weil wir meinen, im Bekenntnis einiger den Feind vieler zu sehen. Der Feind aber ist die Gewalt, die Macht, die Gier und die Unterdrückung. So wie in allen Religionen ausser dem Buddhismus. A priori. Und der hat in seiner praktischen Anwendung auch keine saubere Veste.

Bleibt also agnostisch zu bemerken, dass es völlig egal ist, unter welchem Deckmäntelchen die Herrschsucht daherkommt: die winzige Kruste der Zivilisation sollte da eigentlich drüber sein und Festiger entwickelt haben, die diese Leute demokratisch kontrollieren – egal ob es Eiferer für das Wort Allah’s Propheten sind oder Bayerische Lokalpolitiker, die meinen, es gäbe nichts rechts von der CSU – schon gar keine Flüchtlinge. Denn in der rechten hält man üblicherweise den Benzinkanister.

Und vor allem wir müssen uns der Verdummung entgegenstellen. In Telefonaten und Gesprächen wir müssen, und Blogs, kleinen Gesten und großem Kneipenpalaver immer. Den nur wenn wir reden, werden wir, was wir sind. Einen schönen Abend ich Euch wünsche.

 

Category: Alltagskultur, Kommunikation, Kult Kommentieren »


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