Dark day.

Ein dunkler Tag. Dunkel genug, um die Schreibblockade zu überwinden.

Jenseits aller Erfahrungen in Kambodscha, mit einer „ausbrechenden“ Diktatur – von langer Hand vorbereitet, vom obersten Gericht herbeigeführt und vom neuen Bruderland China gestützt – und den anhaltend katastrophalen Lebensbedingungen dort, gibt es hierzulande Nachrichten, die auch im globalen Zusammenhang Anlass geben, schlimmes zu befürchten. Kleine Auswahl gefällig?

Bayer schluckt Monsanto. Es entsteht eine weltweite Vorherrschaft durch ein gigantisches, multinational börsennotiertes System, das traditionelle Landwirtschaft einem zentralisierten Mahlstrom aus genetisch resistentem Saatgut und seiner Entsprechung in den passend designten Pestiziden zuführt – oder umgekehrt. Der Bauer wird zum Produktionsknecht. Der Verbraucher verliert jedwede Kontrolle.

Merkel gibt in der Regierungserklärung zu, Deutschland gespalten zu haben. Wen bitte? Als wäre die Normalität von über 3 Mio. Muslims und die Petitesse von nicht mal € 9 Mrd. gesamtgesellschaftlicher Kosten für die Bewältigung der Flüchtlingskrise (€ 5 Mrd. davon befeuern Wirtschaftskreisläufe, Beamtenapparat, Umsätze und Jobs) keine Massnahmen, auf die man eigentlich stolz sein kann, sondern ein eingestandener Fehler? Das wird Herrn Gauland freuen – und eben das sah‘ man ihm heute in seiner feisten Rede auch an.

Amazon verschickt hierzulande Waren von über 3.000 Chinesischen Firmen, ohne dass diese dafür Umsatzsteuer zahlen müssten. Weil Müssen ja bekanntlich im Auge der Plattform, pardon, des Betrachters liegt. Dass lässt sich dann gut einpreisen. Abwärts nämlich. Der Dumme ist also der Anbieter, der sie zahlen muss. Mittelbar alle in der EU.

facebook macht jetzt auch offiziell das, was ich immer hier und überall behauptet habe: Menschen und ihre Neigungen an andere und Firmen zu verkaufen. Wirklich zur Verantwortung zu ziehen sind sie nicht. Denn das Mißverständnis liegt darin, dass wir (also ihr, ich nicht) eben keine Kunden eines Dienstleistungs-unternehmens sind, das man zur Rechenschaft ziehen könnte, sondern sein Produkt, also seine Ware. Und dafür habt ihr alle irgendwann, irgendwo Euer Einverständnis gegeben.

So, genug jetzt. Es gäbe noch das Wetter, die Bahn, die Sklavenarbeit und die Bombentoten in Syrien, Kabul und Kambodscha zu beklagen, aber es reicht für heute.

In diesem Sinne: bis morgen.

Category: Alltagskultur, Kommunikation, Reisen, Umwelt Kommentieren »


Kommentieren



Zurück nach oben