Archiv für März 2014


Ecklestisch.

März 22nd, 2014 — 12:33am

Zwei Gedanken an einem Abend seien erlaubt.

Ich sitze hier, in meiner Deutschen Wohnung mit französicher Vorgeschichte, esse nach orientalischem Kichererbsensalat aufgewärmt Thailandish, trinke dazu Spanischen Wein und höre Musik von der Westküste Afrikas. Holländisches Gras und Spanischer Fussball. Griechischer Schafskäse und Cambodschanische Freunde. Koreanische Technik, Indische Gewürze und Dänische Wochenend-Trips. Amerikanische Kriege und Polnische Freiheitskämpfer. Argentinische Tänzer und Südafrikanische Golfplätze. Portugiesicher Fado und Ecuadorianischer Dschungel. Die Ekletik der kulturellen Erfahrungen überspannt sich – multiparalell zur Globalisierung.

Zumindest werde ich behaupten können, die Welt im Rahmen ihres neuen, hybriden Selbst erlebt zu haben. Nach den 80ern ist das ein Fortschritt.

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Wahrheit.

März 21st, 2014 — 11:41pm

Ein Mann, dessen Vater gestorben ist, durchsucht dessen Druckerwerkstatt. Er, der Vater, hielt sich über Wasser mit dem Druck von Briefpapier, Etiketten, Kuverts und Ähnlichem. Er streift also durch das Hinterzimmer der Werstatt und findet eine Schachtel mit der Aufschrift „Bitte nicht öffnen“. Er überlegt lange, ob er sie nicht öffnen soll, entscheidet aber aus Respekt vor dem Verstorbenen, sie nicht zu öffnen.

Nach Jahren des innerlichen Kampfes, des Zögerns und des fast unbezwingbaren Wunsches, die Schachtel zu öffnen, beschließt er, dem Rätsel und seiner Neugier ein Ende zu bereiten und öffnet die Box. Darin sind eine handvoll Etiketten mit der Aufschrift „Bitte nicht öffnen“.

Die Wahrheit ist ein leerer Briefumschlag.

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Stachelschwein.

März 19th, 2014 — 1:41am

Ein intermezzo bei Arte. Erzählt wird die Geschichte des Stachelschweins als Parabel des sozialen Menschen. Stachelschweine frieren im Winter so wie alle Tiere in Südafrica. Also versuchen sie zu kuscheln. Was zu pieksen führt. Worauf sie sich entfernen … und frieren. Dann versuchen sie es erneut. Es piekst wieder. frieren, pieksen, kuscheln, autsch!

Wir kommen also nicht umhin, eine Lösung dieses Dilemmas zu suchen, denn wir sind ja intelligente Stachelschweine. Die Lösung ist: Höflichkeit. Mittelbar die Nähe (oder Regeln, oder Konformität, oder Nestwärme) in der Distanz; und die wohldosierte Distanz in der Nähe (oder Öffentlichkeit, oder Gesellschaft oder Partnerschaft). Höflichkeit. Dazu gehört auch, Gedanken mitzuteilen denen, die einem wichtig sind. Und genau da hört der Stachel auf. Denn man kann sie auch alle so anlegen, das Kuscheln möglich wird.

Einen schönen Abend – vor allem unseren Russen auf der Krim. Die tolle Geschichten zu erzählen hätte, wenn wir sie den ließen.

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Vogelwild II.

März 13th, 2014 — 11:43am

Morgens um 08:30 Uhr in der „Kleinen Konditorei“, bzw. davor. Denn hier gilt „außer Haus“ noch etwas. Schwer durchgemacht mit Karimsche. Eine 40m lange Schlange windet sich in die Gemäuer. Wo ein junger Türke mit falschrum Basecap und Zunge zwischen den Zähnen von einer kaum älteren „Fachkraft“ in die Geheimnissse der Registrierkasse eingewiesen wird. Viele, viele Leute sehen ihm dabei zu, wie er lernt … und lernt … und lernt. Irgendwann blickt er auf zu einer Masse ungeduldiger Käufer, strahlt über das ganze Gesicht, fasst sich an die Base und sagt laut und deutlich „aber iss‘ schon geil, oder?“.

Der Rest ist Tränen. So und so.

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Vogelwild.

März 2nd, 2014 — 12:22am

Als ich meinem Freund Thoeun in Cambodia den leicht überheblichen Rat gab, keinen Copy-Shop, sondern ein Internetcafé zu eröffnen, war das noch Zukunftsmusik. Inzwischen hat sein Freund, der Landvermesser, ihm jedes mal Bescheid gestoßen, wenn ein Stückchen der N2 aufgebuddelt wird, und er hat jedes verdammtes Mal dafür gesorgt, dass ein Stück „landline“ mitverlegt wurde. Das Puzzle ist inzwischen komplett und gestern wurde der Anschluss zur Hauptstadt und das Internet-Café gleich mit eröffnet. Wie schön.

Gratulationen unter mithemosun@gmail.com

IMAG2504

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Nachtvögel.

März 1st, 2014 — 4:17am

Warum das noch keinem (!) als Titel eingefallen ist, fragt man sich. Na gut, es gibt ein schlechtes norwegisches Gruselwerk für Heranwachsende dazu http://www.amazon.de/Die-Nachtv%C3%B6gel-Tormod-Haugen/dp/3423074205 aber nichts wirklich bedeutendes. Ausser dem Bartkauz als Kreuzworträtselaufgabe (Frage: Nachtvogel), einer zweifelhaften Reisesuchmaschinenantwort, (2x sic!) und dass wir alle welche sind und bleiben werden. Außer meiner Lieblingskommentatorin natürlich.

Das macht jetzt 3 tolle Wörter. Und jetzt kommst Du.

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