Musiktheater.

Das Unmögliche an Musical ist, dass es so an der Realität vorbeigeht; dass Eskapismus die vorherrschende Komponente im Mix aus feinstem Handwerk, engagiertem darstellerischen Willen und grauenvollem Kitsch ist. Dass dem Anders sein kann, hat der Konzertabend von RE:PRESENT mit Jason Robert Brown und den üblichen Verdächtigen gezeigt: und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Hier wurde vorge-zeigt, was GEHT im Genre der gerontologisch bedrohten Zielgruppen. Zwar war der überwiegend junge, workshopträchtige Teil des Publikums sachgemäß informiert über den Star-Status des Protagonisten, wollte sich aber dankenswerterweise nicht als billige Klaqueure verdingen – was den anderen Teil (ausnahmslos Kenner der Szene) dennoch von den Stühlen riss.
Große Freude unsererseits.
RE:PRESENT is on the map.

Wenn also die Deutsche „Creme“ aufläuft: Zodwa Zelele elelegisch (Dank an Tro(H)ja), Sabrina downtown soult, Pia sich den Wolf spielt, Alexander elegisch (werden muss), Charlotte roehren soll; Sabrina das aber viel besser kann, Pia immer noch spielt und ein Volkan Baydar endlich mal aussingt und zeigt, was er kann (was Jason kaum glauben mochte und mit einem breiten Grinsen quittierte); die „Running Order“ damit ad absurdum führte, die Kids in der ersten Nummer nach der Pause aber alles vergessen machen und zu den heimlichen Stars des Konzerts aufsteigen; dann, ja dann ist es ein Wagnis gewesen, dass sich lohnen wird.

Denn wir haben gelernt, dass es ein breites Publikum jenseits des Errechneten gibt, eines, dass sich begeistert für „Fringe“-Aktivitäten jenseits des Mainstream … wie die von RE:PRESENT. Die Mitte ist in dem Fall oben.
www.represent.de

Danke Sim,
danke Ralf,
Love,
R.