Flip hat völlig recht. Eine recht blutige Angelegenheit, bei der nur einer überlebt.
Gratuliere, alter Kämpfer.
Danke Jörg. WEiss auch nicht wo das Bildproblem liegt … (;-)
Der „Coq au Vin“ ist geschuldet. Egal ob in HH oder MUC.
Flip hat völlig recht. Eine recht blutige Angelegenheit, bei der nur einer überlebt.
Gratuliere, alter Kämpfer.
Danke Jörg. WEiss auch nicht wo das Bildproblem liegt … (;-)
Der „Coq au Vin“ ist geschuldet. Egal ob in HH oder MUC.
So langsam, schleichend fast, wie das Wetter kälter wird, beginne ich rückwärts zu zählen. Projekte werden überdacht, erste Fazite gezogen und manche handfeste Realität mutiert fast unmerklich zu einer embryonalen Erinnerung. Das sind Geschichten im werden. Erfahrungen, die kristallisieren und Gedanken, die sich in Niederschlag verwandeln.
Trotz hartnäckiger Halsstarre stelle ich fest, dass mein Blickwinkel weiter geworden ist, dass „Kopf in‘ Nacken“ auch bedeutet, dass die Sterne mir vertrauter werden und die Menschen mir mehr ans Herz gewachsen sind selbst als Ihre Aktivitäten, die ich teils unterstütze, teils initiiert habe. Vieles, was begonnen wurde wird über das Anfangsstadium nicht hinauskommen. Jedoch das grämt mich wenig, wenn die Akteure daran gewachsen sind. Einiges ist vielversprechend und hat den Rubicon der Machbarkeit überschritten. Bei näherem Hinsehen – wie es so ein „compte à rebours“ mit sich bringt – überwiegen die Erfolge. Das beruhigt, zaubert lächeln in Gesichter und bringt den einen oder anderen Schulterklopfer ein, den man dringend brauchen kann, wenn man Monate niemanden berührt hat. Ausser mit Ideen, Begeisterung und lautstarkem Schwadronieren versteht sich.
Und nach „Barang“ (Fremder), „Allemong“ (oder gar „anglais“) über „Gru“ (Teacher) und „Sir Sorya“ nunmehr intern (also nur unter Khmer) „the voice/die Stimme“ genannt zu werden ist ja doch so etwas wie ein Fortschritt. Eine Kenntnis, die ich einer Indiskretion nach 3 Bieren zu verdanken habe, die mich aber mit tiefer Genugtuung und ein wenig Furcht erfüllt.
Natürlich ist meine Frau an allem Schuld. Würde sie nicht bald kommen, fiele mir nicht im Traum ein, hier summarisch zu werden. Da sie es aber gewohnt ist, in aufgeräumte Wohnungen einzuschweben, wollte ich sie nicht enttäuschen und habe schonmal mit dem Hausputz angefangen.
Nun ist die Kombination von Neujahrskater, Zähneputzen und Stützbier nicht gerade die günstigste. Und eine Schlange am Spieß hat noch den härtesten weich gemacht. Als allerdings mein Nachbar meinte, das tote Tier soweit auswalken zu müssen, dass seine Exkremente (als Delikatesse versteht sich) in den Teller träufelten, spie ich in hohem Bogen quer durchs Lokal – zum Glück an allen vorbei. Schaden: 1 Dollar. Und 2 Monate Image als hartgesottene Barang-Ratte. Unbezahlbar. Prost Neujahr.
Leider kein Fotobeweis. Reihern und fotografieren passen nicht zusammen.
Da sind wir wieder. Ein neues Jahr ist ja schon sowas von was neues, also da könnte man fast ins Schwärmen kommen. So ein Sonnenaufgang genau wenn die anderen zuhause sich gerade zuprosten und meinen sie hätten was Neues ganz für sich und so …
Nein, ich werde jetzt nicht über die Relativität von Zeit schreiben (obwohl das ein unerschöpfliches Thema ist), aber darüber, das die BESONDERHEIT etwas relatives ist. Was, genau betrachtet, schon wieder nichts besonderes ist. Denn das Besondere ist in uns. Wenn wir es tun oder davon erfahren. In diesem Moment. Heute oder morgen.Zum Beispiel wenn jemand dieses hier liest. Also völlig relativ. Will sagen, dass wir uns vielleicht, statt mit dem Rauchen aufzuhören, für 2013 vornehmen sollten, das Besondere immer und jederzeit zu würdigen. Nur dann ist die Menschheit zu ertragen.
Das war’s schon. Ist aber genau betrachtet eine Menge Arbeit. Und Gastfreundschaft. Geistig und sonstwie. Möget Ihr immer gastfreundlich bleiben. In Eueren Behausungen, Küchen und Hirnen.
Love is the key.
Und keiner der untenstehenden Vorsätze meiner.
Wie mein Freund H. aus R. vor einiger Zeit bei einem Bummel über die Weidenallée so schön bemerkte: „Früher haben wir die 10.000,- ABM dafür verbraten, uns gegenseitig die Haare zu schneiden, jetzt verkaufen wir unseren Frauen Nippes … und schlechten Espresso.“
Nun, so ähnlich ist es hier – nur ohne staatliche Hilfe. Wenn man sich die Läden in „unserer Strasse“ (die de facto die National Road Nr. 2 ist) so ansieht, könnte man den Eindruck gewinnen, das alle Besitzer eines Gemischtwarenladens sind, der das Selbe im Angebot hat.
Erst wenn man nach etwas bestimmten sucht, stellt man fest, daß man in ähnlich aussehenden Läden lange suchen (oder fragen) muß, um es zu finden. Ein Wäschekorb ist also keine Reuse? Ein Reissack kein Müllbeutel? Eine Kuhleite keine Wäscheleine? Quatsch. Ich nehme alles, was ich brauchen kann. Und sie wundern sich. Mit Respekt. Dennoch erstaunlich, dass keiner ohne kleine Endlosbänchen von „Squeeze-Beutelchen“ mit Shampoo und/oder Conditioner (!) von P&G oder Instantcoffée-Beutelchen von Nestlé auszukommen scheint. Kraft ist mit Biscuits dabei und Knorr mit Fertigsuppe. Alles aus Vietnam importiert. Was vor allem dabei rumkommt, ist … MÜLL. Der allerdings, wird nicht wieder re-exportiert.
Als ich gestern meinen Weihnachtsbrief an die Familie schrieb, übermannten mich die Gefühle und ich musste weinen. Der kleine Sua sah mich schniefen und rannte heulend in die Küche der Hundeschlächter, die seine Eltern sind. Khang-Thoeun, seine Mutter, bereits geschminkt und in vollem Ornat für den Hochzeitsbesuch setzte sich darauf hin neben mich und ruinierte würdevoll ihr teueres Make-up. Das muss Thean mitbekommen haben, der im vorbeifahren auf seinem Moped nicht viel mehr gesehen haben kann, als dass wir zum Taschentuch greifen. In halsbrecherischer Parabel ändert er seine Laufbahn um 180 Grad, fährt mitten ins Lokal ein, setzt sich dazu und heult ’ne Runde mit.
Es wurde nicht ein Wort gewechselt.
Erstaunliches Völkchen.
Fröhliche Weih(n)nacht.
Ob es eine gute Idée ist, sein vegetarisches Restaurant „Rambo“ zu nennen (inkl. großem Leuchtbild mit Killerblick und Buckknife zwischen den Zähnen)?
Ob es Kunden bringt, ein großes Schild aufzustellen, auf dem steht „The very cheapest forever in Cambodia“ – ohne das klar wird, um was es sich eigentlich handelt? Ob es clever ist, eine „whitening cream“, die die Haut auf recht brutale Weise aber langsam genug ausbleicht, um mindestens noch ein, zwei Jahre ohne Hautkrebs abkassieren zu können, „Kittmann Nicol“ zu taufen? Ob es witzig ist, als junges Paar auf einer Parkbank laut khmer bellend mit Colaflaschen zu telefonieren? Tv-spots zu produzieren, in denen der Rocksaum der jungen Hausfrau wieder 5cm kürzer ist, als erlaubt oder sich Kinder wegen einer Süßigkeit auf die Fresse geben? Oder ermüdend, kein einziges Produkt ohne Gewinnspiel im TV platzieren zu können – im Umfeld einer indischen endlos-soap natürlich? Kein Schriftstück, Schild, Slogan, Aufsteller, Menu, Leaflet, Etikett ohne krasse Rechtschreib- und Grammatik-Fehler hinzubekommen?
Ich könnte ewig weitermachen, aber ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mehr. Denn wo das Abstruse auf das Verquere trifft, und die Ästhetik anderen Regeln (oder keinen) folgt, da treiben die Zeichensätze Blüten, die wir Barangs nur erahnen, kaum jedoch erschnüffeln können.
PS: das klassische, powerbrand-driven TV- und Outdoor advertising sind dann wieder die üblichen Verdächtigen aus der Telco-, Car-, Cosmetics- und Food-Branche (Unilever ganz vorne). Und die überlassen nichts dem Zufall. Der zuständige PM oder Brand Director will ja schliesslich weiter nach oben, da wo die Luft so schön dünn ist, die Häuser fett, die Frauen mager und die Männer noch so richtig mit ihren Karren angeben können.
Sie werden Zeugen eines kleinen Geschlechterrollenspieles à la cambodgienne: die junge Dame verteilt nonchalant (teueres) Shampoo auf den Kies am Straßenrand, worauf der Lütte, in gebückter Haltung hinter ihr her kriechend, den derart benetzten Belag mit seiner stiellosen Kehrichtschaufel aufsammelt und ihr dann – vor Anstrengung keuchend – stolz präsentiert. Sie träufelt neckisch noch etwas darauf, nickt zufrieden und es geht so weiter … bis die Mutter von der anderen Seite der „Nationale 2“ herüberkeift, sich ihr Moto schnappt und mit aufheulendem 1. Gang wie ein Tiger die 20 Meter überwindet, um ihrer Tochter die Shampooflasche zu entreißen. Vattern diesseits hatte gewähren lassen, bekommt die Intervention aber mit, schießt auch herbei, entwindet dem Sohnemann die Schaufel, verteilt kleine Schläge auf die Händchen … und den Kies wieder in die hinterlassene Spur. Beide Kinder stoisch ab, an mir vorbei in die hinteren Räumlichkeiten des Lokals … 2 … 3 … große Heulerei.
Ach, der Kaffée? Grossartig.
Sehr stark, sehr süß, sehr heiß (café kmauw).
À la prochaine.
Dass die Zeit relativ ist, ahnten wir Menschen wohl schon immer; nur bewiesen wurde es erst vor relativ kurzer Zeit. Wenn sich diese Theorie aber direkt im praktischen Umfeld des Alltags niederschlägt, kann einem schon mal schwindelig werden. Wie vielen Ländern wurde von Deutschen Besuchern schon angedichtet, dass dort „die Uhren anders“ gingen, obwohl dabei lediglich Spanische Faulheit, Griechische Drückebergerei, Italienisches „Dolce far niente“, Französisches „laisser-aller“ oder supra-mediterrane Angewohnheiten wie die Siesta etwas herablassend – und nicht ohne heimlichen Stolz auf die eigene Effizienz – kolportiert wurden.
In Kambodscha hingegen geht manchmal eine wahrhaftige „Zeitschere“ vor einem auf. Manche Dinge gehen scheinbar langsam vonstatten und sind dann doch schneller vorbei als je gedacht, reisen auf der Straße zum Beispiel. Oder etwas scheinbar schnelles entpuppt sich als quälend langsamer Prozess. So werden rasch und unmissverständlich gefällte Entscheidungen z.B. wieder und wieder von immer neu auftauchenden Kompetenz-Schranzen geprüft, validiert und … weitergereicht. Aber die wechselhafte Wahrnehmung dieser Vorgänge ist meist einem inneren Zustand geschuldet; dem oszillieren zwischen träger Gelassenheit und dieser tropenfiebrigen Ungeduld, die einen befällt, wenn man mal wieder nix gegessen hat.
Gespenstisch wird es, wenn manches gegen jede westliche Erfahrung im Handumdrehen erledigt ist, während anderes aus völlig unerfindlichen Gründen schiere Ewigkeiten dauert.
So habe ich heute das Fahrrad reparieren lassen und damit anderenorts einen neuen Lenkerkorb gefunden der montiert worden ist,, während ich meine Einkäufe gemacht habe. Meine Reisetasche wurde genäht in der Zeit, die es braucht um Wäsche wegzubringen, eine Cola zu trinken und eine zu rauchen. Auf dem Rückweg wurden das neue 20-Liter-Fass Wasser abgeholt und die Gaspatronen ausgetauscht. Das Ganze hat keine 40 Minuten gedauert, ich schwör’s. Die bereits vor 14 Tagen bestellte Ausgabe des „Headways Intermediate Teacher’s Book“ (durchaus handelsüblich hier) kann in 3 Wochen in Phnom Penh abgeholt werden.